"Prominentenbelästigung" von Walter Moers
Wenn Ihnen kreatives Arbeiten persönlich gar nicht so liegt, Sie aber dennoch die Nähe von Ruhm und Kultur suchen, empfehlen wir eine spontane Prominentenbelästigung.
Wenn Sie einem berühmten Künstler auf der Strasse begegnen, brüllen Sie so laut wie möglich seinen Namen und zeigen mit dem Finger auf ihn. Quatschen Sie ihn umgehend an, nennen Sie ihn beim Vornamen und duzen Sie ihn. Sie haben teures Geld für seine letzte Platte (Film, Buch) bezahlt, damit haben Sie ein Recht auf seine Person erworben. Laden Sie ihn auf ein Bier ein - auf seine Kosten! Wenn er ablehnt: hauen Sie ihm eins in die Fresse!
Fordern Sie ein Autogramm (ein Bild, ein Ständchen, seine Anwesenheit bei Ihrer nächsten Natursektparty). Wenn er versucht zu entkommen, verfolgen Sie ihn, machen seine Adresse ausfindig, rufen Sie ihn an, am besten nachts und betrunken, Künstler schätzen das Extreme. Wenn er auflegt, schreiben Sie ihm einen Brief. Etwa so: